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Diätspirale ►Mach Schluss mit Kalorienzählen, Cheatday & Co.

Raus aus der Diätspirale

Dass Diäten keinen dauerhaften Erfolg bringen, wissen wir längst. In meinem letzten Beitrag habe ich hierzu bereits einige Infos gegeben, z.B. auch, warum es sich lohnt, Diätgedanken abzulegen. 

Diätgedanken gibt es unheimlich viele, daher möchte ich dir heute einige konkrete Verhaltensmuster zeigen, die dich weiterhin in der Diätspirale tappen lassen.

diaetspirale

So werde ich gerne gefragt, was ich denn von einem Cheatday (oder auch Chaostag) halte und ob man denn nicht einfach nur die Kalorien zählen muss. Nicht so offensichtlich angesprochen, aber auf jeden Fall vorhanden sind auch die Verbotslisten, die man sich beim Abnehmen gerne aufstellt.

Wann sollte ich etwas gegen die Diätspirale tun?

Zunächst möchte ich mal klarstellen, dass nicht jeder Mensch sofort in der Diätspirale gefangen ist, nur weil er mal ein Lebensmittel nach den Kalorien abscannt oder nach den Feiertagen bewusst 2 Wochen auf Zucker verzichtet.

Ein paar Hinweise gibt es allerdings:

  • Du hast das Gefühl, du bist ständig am Abnehmen
  • Du wechselst immer wieder deine Ernährungsweise und hoffst diesmal abzunehmen
  • Essen ist das Dauerthema in deinem Kopf
  • Du verwendest oft die Wörter „sündigen“ und/ oder „gönnen“, wenn es ums Essen geht
  • Das schlechte Gewissen sitzt häufig mit am Esstisch

Weitere Angewohnheiten sind der ständige Gang zur Waage und das darauffolgende Gefühl von Erfolg oder Versagen. Auch der Wechsel von bewusst gesunder (kalorienarmer) Ernährung und unkontrolliertem Essen ist ein Signal.

Wenn du dich hier wiederfindest, bin ich mir sicher, dass dir auch die folgenden Verhaltensmuster bekannt vorkommen.

Warum Kalorienzählen dich nicht weiter bringt

Ein ungefähres Gefühl zu haben, ob ein Lebensmittel kalorienreich oder kalorienarm ist, ist definitiv nicht verkehrt. Besonders, wenn man gerade erst anfängt sich mit gesunder Ernährung auseinander zu setzen. Hier benötigt es aber keine genauen Angaben. Auch ich bin keine wandelnde Kalorientabelle. Es geht vielmehr um eine grobe Richtlinie.

Ein genaues Kalorienzählen und –berechnen widerspricht grundsätzlich meinem Verständnis von einem gesunden Essverhalten! Es wirft schnell die Frage auf, wo fang ich an und wo höre ich auf. Ein Leben lang Kalorienzählen?? Kannst du dir das vorstellen?

Unser Körper hat da ein viel einfacheres System, wir müssen nur darauf hören!

Es geht viel natürlicher. Unser Körper sagt uns ganz genau, wann er satt ist, aber wir hören oft nicht darauf. Vielleicht hast du auch verlernt deine Körpersignale wahrzunehmen und versuchst das fehlende Körpergefühl mit Verstand wett zu machen, indem du Kalorientabellen wälzt und Tagespläne berechnest. Und die verbrauchten Kalorien vom Sport mit der zugeführten Kalorienmenge ins Verhältnis setzt.

Wie gesagt, natürlich ist mir Ernährungswissen wichtig, wozu auch gehört, ob ein Lebensmittel viel oder wenig Energie liefert. Aber das allein sagt noch nichts über eine gesunde Ernährung und ein gesundes Essverhalten aus.

Kalorien:

  • Kalorien unterscheiden nicht in gesund und ungesund
  • Kalorien zählen passiert mit dem Verstand und das allein reicht nicht um dein Essverhalten nachhaltig umzustellen
  • Kalorien zählen kann zum Zwang werden und ist relativ aufwendig
  • Meist verliert man die komplette Kontrolle, wenn man wieder damit aufhört
  • Du lässt deine Körpersignale außer Acht, unser Körper braucht nicht jeden Tag exakt die gleiche Kalorienzufuhr!
  • Fördert das schlechte Gewissen, wenn man mal über der Kalorienzahl liegt

Du kannst also wunderbar Kalorienzählen und dabei abnehmen, dich dabei aber komplett ungesund ernähren und deine Körpersignale missachten. Wo soll das langfristig hinführen?!

Die Lösung? Die Grundlagen einer gesunden Ernährung erlernen, die eben auch zeigt, dass kalorienhaltige Lebensmittel in Maßen durchaus gesund sein können. Unterstützend können grobe Richtwerte sein, wie eine einfache Einteilung in hohen, mittleren und niedrigen Energiegehalt. Essentiell ist für mich die Arbeit mit den richtigen Portionsgrößen in Kombination mit den eigenen Körpersignalen Hunger und Sättigung.

Schluss mit Verbotslisten

Du hast vielleicht nicht unbedingt eine Liste mit verbotenen Lebensmitteln am Kühlschrank hängen (oder vielleicht doch?!). Aber ich bin mir sicher, dass in deinem Kopf ganz oft kleine rote Warnzeichen leuchten, wenn du zu einem „ungesunden“ Lebensmittel greifst.

Verbote, Verbote, Verbote:

  • Ich esse keine Butter mehr, die hat zu viel Fett
  • Ich darf einfach keine Süßigkeiten mehr einkaufen
  • Ich werde mir das nächste Mal einfach den Nachtisch verkneifen
  • Essen gehen ist für mich gestorben

Alles bekannte Sätze. Im ersten Moment könnte man denken – hey super, dass du das so durchziehen kannst! – Im zweiten Moment stelle ich fest: Genau mit dieser Methode wurde schon zehnmal erfolgreich abgenommen und leider auch genauso oft wieder zugenommen.

Und ganz ehrlich, warum soll der Weg beim elften Mal Abnehmen woanders hinführen??

Wann hörst du nun auf Lebensmittel in Gut und Böse zu unterteilen? Genau so wenig, wie ein einziges Lebensmittel deine Gesundheit rettet, so macht dich kein Lebensmittel alleine dick.

Weg mit den Verbotslisten!! Sie verursachen Heißhunger und begünstigen ein schlechtes Essverhalten. Sie hindern uns daran ohne schlechtes Gewissen genießen zu können. Natürlich sollst du nun nicht in Massen Schokolade und Co. essen, aber du sollst lernen, diese wieder in kleinen Mengen zu genießen. Und richtig genießen geht nur OHNE Verbotsliste. Wirklich!

Cheatday, Verbotslisten, Kalorienzählen

Du brauchst keinen Cheatday!

Ähnlich wie mit der Verbotsliste verhält es sich mit dem Cheatday oder Chaostag oder welchen Namen du dir dafür ausdenken magst.

Unter der Woche lebst du gesund, kalorienarm und bewusst und sonntags darfst du schlemmen!

Also ein Tag in der Woche, an dem du einfach das isst, worauf du Lust hast. Keine Einschränkungen, keine Verbote. Dieser Cheatday gibt dir das Gefühl, dass Schlemmen okay ist. Das ist es ja auch. Du brauchst dir die Torte nicht verbieten oder Angst vor dem Weihnachtsessen haben, weil das immer so viele Kalorien hat.

Du solltest dich aber fragen, welche Bedeutung dieser „Cheatday“ für dich hat. Denn beim Erlernen eines gesunden Essverhaltens darfst du jeden Tag essen was dir schmeckt, was dir gut tut, was dich zufrieden macht und wovon du satt wirst.

Demnach ist der Cheatday überflüssig. Punkt.

Wahrscheinlich denkst du jetzt: „Ich kann doch nicht jeden Tag Sahnetorte essen und trotzdem abnehmen!“ Vielleicht nicht!

Aber du wirst merken, wenn du dir die volle Erlaubnis gibst, alles essen zu können. Wenn du auf deinen Körper hörst und wirklich spürst was dir gut tut, dann wirst du nicht mehr das Verlangen haben, jeden Tag Sahnetorte essen zu wollen.

Der Cheatday signalisiert dir also wieder nur, dass du in irgendeiner Form auf Diät bist. Er birgt außerdem die Gefahr, dass du dich an diesem Tag überisst und dir das „gute“ Essen am Ende gar nicht bekommt.

Was ich dir damit sagen will, es ist ganz normal, dass es Tage gibt, an denen man viel isst (Einladungen, Feiern oder einfach das Sonntagsessen). Du brauchst für diese Tage keine extra Bezeichnung. Dein Körper wird dir nach so einem Tag von selbst sagen, dass er nun wieder Lust auf etwas Leichtes hat.

Setz dich nicht unter Druck, dein Körper wird einige Zeit benötigen, diese natürlichen Signale wieder zu spüren!

Learning – Lass los und gewinne

Kalorienzählen, Verbotslisten, Cheatday, all das sind Schutzmechanismen. Sie sollen vor einer Gewichtszunahme schützen und kurzfristig funktionieren sie. Langfristig gedacht bergen sie aber die Gefahr in die Diätspirale zu geraten. Essen wird nicht mehr als etwas Natürliches gesehen sondern etwas, dass man kontrollieren muss. Es führt uns weg von unserem eigenen Körper.

Daher lass los und gewinne an Körpergefühl, Genuss und Leichtigkeit. Ziel: Gesundes Essverhalten.

Bis zum nächsten Mal!
Liebe Grüße Jenny

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Jennifer West

Jennifer West| Diätassistentin
Adipositastherapie VDD

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